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Die Nacht des Schwertes

"Oh Ferdia, Verrat hat Dich geschlagen.Die letzte Schicksalswendung war unglücklich. Du zu sterben, ich zu hinterbleiben, ewig kummervoll ist unsere endlose Trennung.*"

Dunkelheit liegt noch immmer über dem Land, das Volk hungert, leidet. Die grossen Führer der Stämme bieten nicht Nahrung, sondern Krieg.

In dieser Zeit herrschen Tyklor mac Skinor und Siegfried mac Korna. Mit harter Hand führt jeder von ihnen seinen Stamm durch die Wildnis der Ebenen und Wälder, jeder kämpft erbittert um jeden Zentimeter Boden.

Neben gerechten Kampf liegt die Intrige nur einen Fingerbreit entfernt. Und so geschah es, dass Lizra von den Skinor Siegfrieds jüngste Tochter Sura entführte und ihrem Sohn Tyklor zur Gefährtin gab. Hätte sie geahnt, dass dies dereinst ihren eigenen Untergang besiegeln sollte, vielleicht hätte sie gezögert.

So sass Tyklor in seinem Zelte, ahnungslos, dass die Berechenbarkeit des Lebens durch die intrigante Mutter alsbald vorbei sein würde und damit auch das Leben, wie er es kannte. Ein Reiter kam, schon weit zuvor konnte man die bebenden Hufgeräusche seines Pferdes hören, und stürmte grusslos das Zelt, nur um vor dem Herrn auf die Knie zu fallen.

"Herr", brachte er keuchend hervor. Zerfetzt waren seine Kleider, aufgeschlitzt von Schneiden feindlicher Klingen, blutig waren seine Hände, getränkt mit Feindesblut.

Erschrecken erkannte Tyklor in seinem Gesicht.

"Sprecht", forderte er mit rauher Stimme.

"Herr, wir wurden überfallen. Ein umgestürzter Baum blockierte unseren Weg, das Pferd eures Weibes, meiner Herrin scheute. Sie stürzte schwer, das Tier kam auf ihr zu Liegen. Sofort rannten wir, ihr zur Hilfe. Da strömten schreiend die Krieger der Korna hervor, zur Rechten, zur Linken und aus ihrem Versteck hinter dem umgestürzten Baum. Wir waren 20 doch sie - mindestens 50 Mannen habe ich zu zählen vermocht. Sofort entbrannte der Kampf, wir stellten uns schützend um die Herrin. Eure Söhne griffen ebenfalls zum Schwert, gleichwohl sie jung waren. Doch wir hatten keine Chance", berichtete der Mann.

"Keine Chance", wiederholte der Herr, seine Hand griff zum Schwert.

"Doch höret Herr, höret", fuhr der erschöpfte Mann fort und sein Blick ging rund im Raum, sah auf die hohen Kriegsherrn, die dem seinen dienten.

"Die Männer, die wir anfangs für Korna hielten - es waren Skinor! An ihrer Tätowierung erkannten wir sie, als einer seine Kapuze verlor", brachte er wütend hervor.

"Ihr seid der Letzte, der überlebte?"

"Ja Herr."

"Ihr wäred besser mit ihnen gestorben, in Ehre."

Blitzschnell bewegte sich das Schwert des Herrn und kopflos brach sein Krieger vor ihm zusammen, sein Blut spritzte über den graszernabten Boden und die Anwesenden. Bevor es einem der Kriegsherrn gelang, zu reagieren, teilten sie das Schicksal des Mannes.

Und so trat Tyklor aus seinem Zelt, beraubt um Söhne und Weib. Schwer lastete der Gedanke auf ihm, seine eigenen Männer könnten dies Unrecht begangen haben. Dennoch - wenn, durfte es den Stamm nicht entzweien. Der Winter stand bevor, kalt und hart in seinem Schrecken. Und nur ein starker Stamm würde genug Kraft aufbringen, ihn zu überleben.

Da trat seine Lizra auf ihn zu, seine Mutter.

"Mein Sohn... Sura erwartet ein Kind", lächelte sie.

"Ist dies nicht gut für einen Neuanfang?"

*Nach der Episode Ferdias Furt im Tain Bo Cuailnge