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Die Quelle

Und es wird erzählt von einem Ort, verborgen tief in den Wäldern von Wolfsmark. Entzogen dem Blick des eiligen Wandersmann, des marodierenden Besetzers. Doch derjenige, der reinen Glaubens ist, der mag ihn finden und wird dort willkommen sein.

Zeitlos wälzt sich der Fealchu durch sein Bett. Regen tränkt den Boden und die Wälder, die in der Dämmerung rauschen. Er durchläuft den aufkommenden Nebel, lässt Matsch spritzen und jagt die Tiere des Waldes auf. Hastige Blicke wirft er nach rechts und links. Eine Dröhnen durchklingt die Stille. Es ist der Wirbel von Hufen galoppierender Pferde. Hastig atmend schlägt er sich in den Wald, unterdrückt einen Schrei als kleine, dornige Äste seine Wange treffen, sein Blick rast.

Sie sind hinter ihm her! Sie werden ihn finden! Sie werden ihn töten! Bei den Wölfen, er ist doch schon halbtot!

Ächzend stolpert er und geht zu Boden. Er fällt tief, und noch tiefer, sein Bewusstsein scheint ihm Streiche zu spielen. Er klammert sich an Wurzeln, doch sie entgleiten seinem Griff, furchtbeseelt schliesst er die Augen.

Will sich beugen. Wenn sie ihn lassen. Sie werden ihn töten!

Etwas klatscht ins Wasser. War er das? Nein, das kann nicht sein, der Fluss liegt doch hinter ihm. Seine Kleider saugen die Nässe wie ein Schwamm auf. Oder hat der Fluss einen Nebenarm? Er prustet und hebt seinen Kopf, um sich vor dem Ertrinken zu bewahren. Er schaut. Er schaut ganz genau, doch seine Augen wollen ihm Streiche spielen, zeigen ihm eine Frau, die auf ihn zu tritt. Sie lächelt ihn an. Doch wenn es nur echt wäre! Dann wär´ er in Sicherheit, müsst nicht mehr laufen, müsst nicht mehr fliehen vor den Soldaten, die ihn töten wollen. Er kniet im Wasser, das durchzogen ist von Wurzeln, die auch die Wände durchziehen. Wände? Erde? Doch dieses Wasser ist nicht braun von Schlamm und Schlick, es glänzt kristallklar im Licht der Kerzen. Er taucht seine dreckigen Hände hinein, doch es bleibt rein. Die Frau kommt zu ihm, sie lächelt immer noch. Sie reicht ihm eine Schale, er trinkt sie leer. Nun lächelt auch er.

"Hier bist du zunächst sicher, Herr."