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Auf Reisen in Heligonia

Dies sind die Aufzeichnungen von Ablaht von Korna, dem Botschafter und Marschall der Baronin von Wolfsmark.

Die Waffenausgabe

"Mit dem Auftrag betraut, unsere Beziehungen zu unserem Nachbarstaate Heligonia auszubauen, schickte mich meine Herrin unter dem Banner der Wolfsmark, mit meiner treuen, aber allzu oft doch sehr ungestümen Soldatin Atyra in die Ferne hinaus.

Bereits am dritten Tage überquerten wir den Brazach und fanden uns in der blühenden Grafschaft Herrn Krators wieder. Nichts erinnerte noch an die tiefen, nebeligen Wälder der Heimat und so mancher Bauer grüßte frech, als ob wir gemeines Volk seien. Dennoch verstanden wir es uns zu beherrschen und schnitten den Unsäglichen nicht gleich die Zunge heraus, so wie wir es bei uns gemacht hätten.

Nach Tagen des Reitens durch nasse Wiesen und kalte Täler fanden wir uns schließlich am Fuße eines Berges wieder, auf dessen Spitze eine stolze Befestigung thronte. In Hoffnung auf ein warmes Bett und etwas Verpflegung, immerhin waren wir ja Botschafter, machten wir uns an den beschwerlichen Anstieg, um uns selbst vor verschlossenen Toren wiederzufinden. Viele Reisende aus fernen Ländern, aber auch aus der Region, hatten sich hier eingefunden, um dort eine sichere Nacht hinter den Mauern zu verbringen. Denn das bevorstehende Hochzeitsfest des Herrn Krator hatte sie alle angelockt und war nunmehr eine Tagesreise entfernt.

Atyra bahnte uns einen Weg zwischen den Leuten durch und schnell konnten wir die Wache davon überzeugen, uns vor allen andern Vortritt zu gewähren. Ein Esel bin ich gewesen, daß mein Mißtrauen mich nicht warnte, als ich nach dem Namen des Herrn der Burg fragte und man mir nur die Antwort gab: „der Herr der Burg möchte nur Graf genannt werden!"

Wir schritten beide durch das große Doppeltor aus Holz und kamen in einem Burghof an. Eine große lange Brücke aus Holz, oder vielmehr ein Steg, führte über einen gähnenden Abgrund hinweg, hinein in das Herz der Festung. Wiederum versperrten uns zwei Wachen den Weg und wiesen uns an zu warten als bis wir dann aufgerufen werden sollten und der „Graf" uns empfangen würde.

Unverschämterweise lies man uns längere Zeit in Dunkelheit und Kälte draußen warten, als uns plötzlich ein Gemeiner, kahl am (wahrscheinlich auch im) Kopfe und mit einer schweren Axt bewaffnet, ansprach. Er schien die Farben der Wolfsmark zu kennen und begann sogleich, uns auf das Übelste zu beschimpfen und zog sogar noch andere seiner röcketragenden Landsmannen hinzu. Nachdem wir die Luchnar, wie sie sich schimpften, alle in die Schranken gewiesen hatten, bat man uns schließlich herein.

Wir wurden in ein kleines Empfangszimmer geführt und man begrüßte uns der Sitte nach mit einem kräftigen Schluck eins starken Schnapses. Kaum hatte ich den Umtrunk hinunter geleert, überkam mich ein seltsamer Schwindel und die Welt um mich herum verdunkelte sich. Als ich wieder zu Sinnen kam, fand ich mich in einem Raum der mit Gefangenen vollgestopft war wieder, nur die Schreie von Atyra hörend. Wir waren in die Hände von Sklavenhändlern geraten, die beabsichtigten uns auf Galeeren zu schicken. Atyra wehrte sich angeblich aufs heftigste gegen ihre Peiniger, aber außer ein paar gebrochenen Knochen und einem abgeschnittenen Ohr schlug sie nichts dabei heraus. Mir erging es ähnlich. Bei einem fehlgeschlagenen aber auch tapferen Befreiungsversuch schnitten auch mir die Hunde ein Ohr ab.

Tatsächlich sollte aber einer der Luchnar, der neben mir saß, doch noch eine wichtige Rolle spielen. Heimlich hatte er ein Messer aus seinem Stiefel gezogen und begann dann, langsam aber sicher die Seile zu kappen. Als die Schurken aus Unachtsamkeit ihre Mannen aus dem Raum abzogen, war unsere Stunde gekommen und wir stürmten hinaus in den Hof der Burg, bewaffneten uns und schlugen den Feind schließlich in die Flucht. In erbitterten Zweikämpfen auf dem Steg zum Vorhof, erschlug ich noch der Gegner drei und wusch mit Blut somit den Namen der Wolfsmark wieder rein.

Nach kurzer Überlegung entschloß ich den Weg durch die Nacht in die Heimat wieder anzutreten. Denn ein Land, daß nicht einmal seine eigenen Festungen im Griff hat, kann für die Wolfsmark kein nützlicher Verbündeter sein, speziell in einem Krieg. So kehrten wir also wieder in die geliebte Wolfsmark zurück.

Gezeichnet am 25. Märzens des Jahres 1002,

Ablaht von Korna"