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Flucht aus Falconidae

Die Gefangennahme des Schlächters

Schritte. Schritte kommen das Verlies herrunter. Vor der Tür verstummen sie. Eine Klappe am unteren Teil der schweren Eichentür öffnet sich, Nahrung wird auf einem Tablett durchgeschoben. Eine kleine Kerze schimmert neben dem Essen. Sie haben mir eine Kerze gebracht. Ein kurzen Lächeln umschmeichelt mein Gesicht. Es ist sogar eine schwarze Kerze – ein unerwarteter Glücksfall. Diese tumben Gardisten wissen nichts von arkanen Künsten.

“Schwarze Kerzen brennen langsam...”, rezitierte ich triumphierend Raistlins Worte.

Leider erwartet diese Art der Zaubersprüche immer ein kleines Opfer. Blut. Blut bräuchte ich noch, der Rest wäre vorhanden.Ich sitze in meiner Zelle, in meinem dunklen Gefängnis in der Mitte des Raumes.Vor mir brennt langsam die schwarze Kerze. Da es hier nichtmal Ratten oder Mäuse gibt muß ich anderweitig an mein Blut kommen, das ich so dringend benötige. Ganz wie ihr wollt, Raistlin. Ich befreite den rechten Unterarm von meinem Gewand, dann leckte ich die Stelle ab, um sie zu säubern. So sollte es sein. Ich biß mir in den Arm, so lange bis Blut hervorquoll.

“Welch lustvolles Gefühl.”, bemerkte ich zynisch.

Langsam ließ ich das Blut in die Flamme tropfen, und zitierte die unheiligen Worte Raistlins.

"Langsam brennen die schwarzen Kerzen, weisse Reißzähne, blitzende Augen. Höllenwind und Zaubersprüche beschwören lebende Feuer. Dunkelste Mächte schwarze Befehle deines Dämons, deines Königs.Der Herrscher über das Wasser, reitet über rote Meere."

Die Kerze erlischte beim siebten Tropfen meines Blutes.

Ich schaute an mir herunter, und konnte mich trotz der Dunkelheit sehen. Ich drehte mich um. In einem Turm sah ich eine ältere Frau sitzen, über Bücher gebeugt. Es schien mir die Hofmagier von Falkenhain, Yarka du Solei zu sein. Ein paar Meilen hinter ihr leuchteten Tannen, Bäume und Dornen – der Purpurwald. Doch durfte ich nicht in die Ferne schweifen. Ich mußte mich konzentrieren, konzentrieren auf das Wesentliche, hier in meiner Nähe. Einige Zellen weiter sah ich blass die Gestalt eines Kriegers, eines alten Bekannten. Sein magischer Kragen färbte wohl ab? Dies konnte nur zu seinem Vorteil gereichen, und ich machte mich auf den Weg.

Astralreisen. Astralreisen sind etwas wunderbares, vor allem wenn sie mit solcher Macht ausgeführt werden. Selbst Ashen zeigte sich sehr beeindruckt. Leider können wir unsere wahre körperliche Gestalt erst vor Raistlins Augen annehmen. So schwebten wir aus Falconidae herraus, ungesehen und nicht aufgehalten. Unser Weg sollte uns nach Nordwesten führen, doch etwas im Südosten erregte meine Aufmerksamkeit. Ein nur allzu bekanntes, Astralmuster. Diese Gelegenheit durfte ich nicht auslassen, die Gier war zu groß, der Schmerz war zu nah! Diese Verräterin, sie soll sich einen Schrecken einfangen, von dem sie sich nie wieder erholen wird!

In der Nähe einer Kneipe machten wir halt. Das Erschaffen eines einfachen Boten, für das menschliche und elfische Auge sichtbar, ist aus dem astralen Raum herraus kein Problem. Die Botin sollte die Verräterin aus der Kneipe locken, und zu mir führen. Leider kann ich sie jetzt nicht töten, die verräterische Elfe, doch sollte sie wissen, daß ruhiger Schlaf von nun an der Vergangenheit angehören sollte.

Da kommt sie auch schon aus der Tür herraus, ich kann sie deutlich sehen, aus meinem Versteck herraus. Oh, wie sehr ich diesen Augenblick erwartet habe, sie wird sich sehr wundern, sie wird sich umsehen. Hinter diesem Baum wird mich die Verräterin nicht zu früh sehen, langsam strecke ich meinen Arm aus. Diese Narrin, sie greift auch noch nach meiner Hand. Langsam schließen sich meine Finger um die zarte Elbenhand. Jetzt habe ich sie!

“Ich grüße euch, Eillonwy!”