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Die Heerschau

Merkt auf, ihr Damen und Herren von welch wunderbaren und glorreichen Mär ich Euch zu berichten weiß. Wie so oft ist sie voll tapferer Helden und schöner Damen, doch auch das Böse strickt seine geheimen Fäden. Doch genug der Vorworte, denn ich bin Rajorg aus Zweibrücken, Hofchronist des edlen Geschlechtes der zu Freyenstein und Ihr hört die wahre Geschichte über die Heerschau der Wolfsmarker Streitmacht:

Es war der Sommer des Jahres 1002 , als unsere hochgeschätzte Baronin Moruge von Wolfsmark ihr Heer in die wunderschöne Landschaft vor den Toren der Trutzburg befahl, um sich einen Überblick über die Wehrhaftigkeit des von uns allen so sehr geliebten Heimatlandes zu verschaffen. Doch auch niederes Volk war Dank der Großherzigkeit und Güte unserer aller Herrin geladen. Bald war ein Lager aufgeschlagen und die besten Männer Wolfsmarks, voll Kühnheit und Mut, warteten auf die Ankunft der Baronin. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn noch am selben Abend traf unter großem Jubel des Volkes die weise Baronin samt ihrer schönen Tochter und Gefolge in dem Heerlager ein. Feierlich begrüßte sie ihre Truppen unter Führung des starken und tapferen Ashen Zaepesh und das Volk, dessen Wohl ihr so sehr am Herzen liegt.

Viele Recken machten der Baronin ihre Aufwartung und sprachen bei ihr vor, so auch ein Söldnerhaufen namens "Die Lanze" der sich alsbald der gerechten Sache der Wolfsmark anschloß und sich der Baronin unterwarf. Nun aber wurde gefeiert, die Bardentruppe Katzenjammer spielte zur Belustigung aller auf und Wein und Met kreisten in rauhen Mengen durch die Runde. Kurzum, eine Fröhlichkeit und Unbekümmertheit herrschte unter den Niederen, wie man sie anderenorts nur noch selten findet. So verging die Nacht ohne Zwischenfälle und ein Jeder konnte sich Dank der aufgestellten Wachen in Sicherheit wiegen.

Früh am nächsten Morgen, die Spuren der durchzechten Nacht steckten noch so Manchem in den Knochen, ließ der Schlächter seine Truppen auf dem Appellplatz antreten und der Feldherr sah mit Freude die Kraft und Entschlossenheit seines Heeres. Doch der Schatten der Gefahr lag dräuend über diesem friedlichen Lager, denn die tüchtigen Waldläufer und Kundschafter der Baronin hatten im Wald einen Armbrustbolzen gefunden, wie er nur von den dreckigen Hunden dieser unsäglichen Rebellion gebraucht wird. Schnell waren einige Suchtrupps gebildet, um die umliegenden Waldstücke nach diesem Abschaum zu durchkämmen. Und so machten sie sich unter Leitung der zwei hohen Militärs Uthgar, dem edlen und gerechten Kommandanten der Trutzburg und Marschall Ablath von Korna, dessem scharfen Blick nichts entgeht und dessen Pfeile nie ihr Ziel verfehlen auf, das Land endlich von dieser Plage zu befreien.

So durchsuchten sie Stock und Stein, spähten in die verborgensten Winkel und tatsächlich trafen sie auf ein Weib, dass sich auf dem Weg in das Lager befand. Sie gab sich als Kara, eine Schankmagd aus der Taverne zu erkennen. Doch als man sie durchsuchte, fand man bei ihr ein hölzernes Amulett, das nur rebellischen Ursprungs sein konnte. Listig wie sie war, versuchte sie sich aus den Anschuldigungen herauszuwinden wie eine Echse, aber all ihre Lügen nutzten ihr nichts und so band man sie an den Pfahl, um des Späteren Recht an ihr zu sprechen. Zur Sicherheit wurden einige Wachen zu ihrem eigenen Schutz abgestellt, doch glaubte niemand ernsthaft daran, dass diese feigen Bastarde der Rebellion es wagen würden, sie zu befreien. Sicher war dieses zerlumpte Pack längst wieder in seine Löcher zurückgekrochen. Sofort machte sich der greise Hofmagus der Baronin, Encanto, auf, näheres über dieses Amulett in Erfahrung zu bringen. Durch sein großes Wissen und seine Kenntnisse über das Böse, insbesondere der Rebellion, gab es für ihn bald keinen Zweifel mehr, dass dieses Stück Holz nur ein Erkennungszeichen dieses jämmerlichen Bauernaufstandes, der sich selbst gern als Rebellion bezeichnet, sein konnte.

Aber nun war es vorerst genug der schnöden Politik und so gab sich die Baronin die Ehre, zum Kurzweil ihres Volkes ein Stück von den Barden Katzenjammer aufführen zu lassen. Hei, war das ein Spaß unter den Zuschauern als sie ihre Eindrücke der Brautschau zu Blautann zum Besten gaben und ein weiteres Mal wurden die Menschen in ihrer Meinung bestärkt, dass Falkenhain, dieser bösartige Agressor, keine Möglichkeit unversucht ließ das freiheits- und friedensliebende Wolfsmark in einen Krieg zu verwickeln. So ging dieses Kleinod der Dichtkunst unter lauten Rufen und kräftigem Handgeklapper leider viel zu früh zu Ende. Nun aber war es an Zeit, über die Bauernmagd aus dem Wald Gericht zu halten und so berief die Baronin Moruge das heilige Thing ein, auf dass ihr Recht geschehe. Sodann wurde die Angeklagte vor das oberste Thing unter Vorsitz des ehrenwerten Marschall Ablath von Korna geführt, um ihre Schuldfrage zu klären. Die Beweislast der vom Schlächter vorgetragenen Anklage schien erdrückend und wiederum verstrickte sich die Maid nicht nur in Wiedersprüche, viel schlimmer noch wog, dass sie die allseits bekannten Regeln des Thing wiederholt aufs Gröbste brach. Nun muss selbst den Dümmsten der Beiwohnenden klar gewesen sein, dass dieses Weib schuldig sein musste und nicht Wenige dachten, dass ihr mit der zu erwartenden Todesstrafe Recht geschehe.

Einzelne, wohl Recht und Ordnung Abgeneigte, fochten dieses heilige und gerechte Urteil jedoch an und so kam es, dass Leon la Hire, Ritter aus Burgund, von seinem angeborenen Recht als Edelmann Gebrauch machte und ein Gottesurteil forderte. Wie es der uns von den heiligen vier Elementen gegebene Brauch fordert, sollte es einen Zweikampf geben. Als Vertreter des Things wurde dessen ehrenwerter Vorsitz Marschall Ablath von Korna bestimmt. So stellten sich die beiden Kontrahenten voreinander auf, beide zogen ihre Waffen blank und wünschten dem anderen einen sauberen Kampf. Da brach der Kampf an und ein Raunen ging durch die Menge ob der hohen Schwertkunst beider Mannen. Marschall Ablath konnte den ersten Treffer für sich verbuchen doch der Zweite ging an Ritter la Hire. So wogte der Kampf hin und her und beide konnten den Sieg für sich erhoffen. Da hob Ablath sein Schwert um dem Kontrahenten den letzten Stoss zu verpassen, doch la Hire war schneller. Geschickt wich er dem Hieb des Marschalls aus und in der Drehung versetzte er ihm den finalen Schlag. Nun konnte es keine Zweifel mehr geben. Die heiligen vier Elemente hatten gesprochen und die Magd war unschuldig. Dank der vier Elemente war wieder einmal Gerechtigkeit in Wolfsmark geschehen. Alsgleich wurde Kara freigelassen und durfte ihrer Wege gehen.

Die Menge frohlockte ob des gerechten Urteils und alle Mannen wollten wieder ihrer Tätigkeit nachgehen. Da erhob sich der Schlächter von Neuem und was er sprach ließ die Anwesenden erzittern. Triandaphilo, die wunderschöne Tochter der Baronin soll mit den Rebellen paktiert haben und schlimmer noch, sie soll deren heimliche Anführerin, die Rote Rose, sein. Erzürnt rief die Baronin ihren Schlächter an was er sich erlaube, doch zu unser aller Trauer konnte er stichhaltige Beweise vorbringen. So musste die Comtesse in das Thing treten um sich ihrer Anklage zu stellen. Zwar leugnete sie vehement ihre Schuld doch der Schlächter konnte mehrere Zeugen aufbieten, die den Hochverrat bestätigten. Da zerbrach unsere weise und starke Baronin ob des gemeinen Verrats ihrer so sehr geliebten Tochter innerlich und voll Trauer war ihr Antlitz.

Nun herrschte großes Wehklagen unter den Gemeinen, da sie die Comtesse fast genau so geliebt hatten wie die Baronin, doch schlimmer noch wog die Entäuschung über den Blutverrat Triandaphilos. In diese Trauer brach Die Lanze, alle heiligen Gesetze des Things missachtend, in die Runde vor und bildete einen Schildwall um die Comtesse. Dabei schrieen sie fadenscheinige Gründe heraus, warum sie den gottgewollten und gerechten Schiedsspruch des Things nicht anerkennen wollten. Der Schlächter, erzürnt über den Verrat der Lanze an allem was uns heilig ist befahl die sofortige Entwaffnung der Söldner. Doch da erhob sich der gemeine Pöbel, allen voran ein dreckiger Barbarenhaufen namens Hahnenschrey und griff, angestachelt durch Die Lanze, die nichtsahnenden Wolfsmarker Soldaten an. Der Schlächter, wie immer Herr der Lage, befahl die sofortige Entwaffnung der Aufrührer, doch der Pöbel wiedersetze sich und ein heftiger Kampf entbrannte. Die braven Wolfsmarker Soldaten bildeten sogleich eine Reihe und trieben die Aufständigen zusammen wie Vieh. Doch die Aufrührer waren groß an der Zahl und verbissen weigerten sie sich aufzuhören. So standen sie sich gegenüber, die Schwerter im Hass gezückt, Wolfsmarker Soldaten und der Pöbel und ein heftiger Kampf entbrannte.

Die Streitmacht der Wolfsmark schlug sich glorreich, doch hatte sie auch Verluste zu beklagen. Mein Herr, Freiherr Wolfram Egilo zu Freyenstein lag danieder, schwer verletzt durch einen Schwerthieb aus den Reihen von Hahnenschrey. Doch Uthgar, unserem geliebten Kommandanten ereilte noch Schlimmeres. Er verstarb noch während der Schlacht an einem feige abgefeuerten Pfeil und auch unter den gemeinen Soldaten gab es Tote zu beklagen. Da endlich schritt die Baronin in ihrer Weisheit ein und befahl den Aufrührern zur Raison zu kommen und die feindlichen Handlungen einzustellen, was diese zu ihrem Glück auch sofort taten. Alsbald, als die Ruhe wieder hergestellt war, machte sich Encanto auf, um im Wald weitere Spuren dieses zerlumpten Rebellenpacks zu finden. Doch ein schreckliches Unglück geschah. Diese feigen Hunde von Rebellen schlichen sich hinterhältig an den glorreichen Hofmagus heran und überwältigten diesen, um ihn gen Falkenhain zu verschleppen. Auch der Schlächter, der Encanto folgte, wurde gefangen. Doch es kam noch schlimmer. Marschall Ablath von Korna, ausgesandt von der Baronin nach den beiden Vermissten zu suchen, lief mit seinem Suchtrupp der Rebellenübermacht geradewegs in die Arme. So wurde auch er Festgesetzt und nach Falkenhain verbracht.

Als das Lager diese Schreckensnachricht erreichte, herrschte großes Wehklagen und unserer schönen Baronin blieb nichts anderes übrig, als Verstärkung von der Westfront anzufordern. Nun hatten diese Bauernlümmel den Bogen überspannt und mit Feuer und Schwert sollte unsere furchtbare Rache an ihnen vollstreckt werden. Bange Stunden vergingen und die Furcht ging dräuend durch die Gemeinen. Da endlich erschien Truppführer Honk mit seinen Getreuen, um diesem Pack die Stirn zu bieten. Gerade zur Rechten Zeit, den es sollte eine Verhandlung zwischen der Baronin und dem Führer der Rebellion, dem Steinmetz Knulf, geben. So machte sich die Baronin Moruge unter dem Schutz ihres Heeres und der Lanze auf, den Steinmetz zu treffen. Die Baronin, guten Mutes da sie ehrliche Absichten hegte, führte die Verhandlung. Doch die Rebellen hatten nur fadenscheinige Gründe vorzubringen und wollten, wie nicht anders zu erwarten den Kampf. Da wurden die Schwerter gezogen und das große Gemetzel begann. Man hörte das Klirren von vielen Schwertern und der Boden färbte sich Rot vom Blute der Gefallenen.

Doch Wolfsmark behielt die Oberhand und konnte die Aufsässigen vernichtend schlagen, so dass Knulf fliehen musste um nicht am Galgen zu Enden. Da war die Freude groß und ein Jeder war stolz auf das tapfere Heer. Nun war alles getan, der Sieg war errungen und die Heerschau kam doch noch zu einem Guten Ende. So wurden alsbald die Zelte abgebrochen und die Baronin begab sich zurück nach Wolfenhaupt. Nur die Gemeinen blieben noch, um den Sieg zu feiern.

Das werte Damen und Herren war die Mär der Wolfsmarker Heerschau und sie ist wahr, so wahr ich Rajorg der Hofchronist bin. So lasset uns die Humpen auf den großen Sieg der Wolfsmark heben, auf das ihm noch viele Weitere folgen mögen.