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Blutiger Sieg

Finstere Nacht. Irdan ging durch die Reihen seiner Soldaten, die angespannt in die neblige Düsternis des vor ihnen liegenden Waldes starrten. Er und sie alle wussten, dass sich dort die Anhänger von Suran gesammelt hatten, um seinen Herrn, Nerok, zu stürzen. Obgleich es wenige waren, fühlte er Furcht. Nur ein leises Gefühl das ihn beschlich, wie er in den Wald hörte, das Klirren von Waffen vernehmend, den ruhigen Schritt der Rebellen über den erdig-feuchten Boden.

Er hob den Arm in die Höhe. Die Trommler seines Heers begannen mit einer quälenden Gleichmässigkeit die Kriegspauke zu schlagen. Schon jetzt vermeinte er, den metallischen Geschmack des Blutes seiner Gegner auf den Lippen zu schmecken. Perfekt koordiniert setzten die Soldaten zeitgleich einen Fuss vor den Anderen, kommentiert vom leisen Vibrieren des Bodens. Wieder hob er den Arm - Ein Regen aus feurigen Pfeilen ging auf den Wald nieder, regnete in das feuchte Laub. Der aufsteigende Qualm nahm noch mehr von der ohnehin spärlichen Sicht. In einer kraftlos anmutenden Geste führte er die Hand gen Boden. Verrat.

Seine Männer wandten fragend den Blick an ihn, nicht verstehend, warum er die Ausgangssituation für sie ungünstiger machte. Verrat. Die Trommler begannen mit einem Stakkato, welches das Signal für die erste Angriffswelle war. Verrat. Keine Reaktion war aus dem Wald zu vernehmen, sogar das vereinzelte Klirren der Waffen ging in dem ohrenbetäubenden Trommeln der Kriegspauke unter. Verrat.

"LOS", schrie er und stürzte sich selbst in den Wald, nur um dort angekommen, sich sofort zu wenden. Verrat. Hinter sich SPÜRTE er die Anwesenheit von Hunderten, die sich Suran angeschlossen hatte. Seine Männer würden keine Chance haben, dies zu überleben. Sie wussten ja nicht, wie viele sich Suran in diesen letzten Tagen angeschlossen hatten, um Wolfsmark von der Fremdherrschaft zu befreien.

Menk war der Erste, den er in die Augen sah, als er sein Schwert mit einem ekelhaften Geräusch in den Körper seines Soldaten trieb. Schwindenden Augenlichtes brach er unverstehend tot vor ihm zusammen. Aderan, ein Schwung seiner Klinge, er war tot. Nerod, aufschreiend, wutentbrannt auf ihn zurennend, ein Ausfall nach links, Parade, ein Streich auf die Beine, und er brach zusammen.

"Warum, Herr?", die Klinge hebend und senkrecht auf Nerod stossend, Blut spritzte ihm entgegen. Keine Entschuldigungen, keine Erklärungen. Syran,... Pec,...

Stille im nebelschwarzen Dickicht des Waldes.

Keuchend liess Irdan sein Schwert sinkend. Er fröstelte und warf einen Blick hinter seine Schultern, nur um Suran zu sehen, der in diesem Moment die Spitze seines Schwertes in den blutigen Grund rammte und zu Boden sank.

"Kein Sieg, der mit Blut erkauft wird, kann gerecht sein", sagte er und blickte sinnierend seine Männer an, nur um auf seinem, Irdans, Gesicht zu verweilen.

"Und du, alter Freund, du kennst den Preis für Verrat."