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Kommandant Wolfram Egilo zu Freyenstein

Es wurde das Jahr 982 geschrieben, als auf dem Landsitz der zu Freyenstein die Niederkunft des ersten Sohnes und Erben Wolfram Egilo zu Freyenstein gefeiert wurde. Die Eltern Freiherr Ernst Gabriel zu Freyenstein und seine Gemahlin Kastriota waren voll Freude und auch die Seher sahen eine große Zukunft des Hauses der zu Freyenstein unter Führung von Wolfram voraus.

Doch wie es schien hatten sich die Seher getäuscht, denn als Wolfram ins Knabenalter kam, zeigte sich, dass er eher von schwächlicher Natur war. Er erkrankte oft und war seinen Spielgefährten an Kraft und Ausdauer weit unterlegen. Doch sein wacher Geist ersann Möglichkeiten, doch Sieger der Kinderspiele zu werden. So kam es durchaus vor, dass er einen Bauersjungen, der gegen ihn im Wettlauf gewann, von einem Diener mit der Peitsche bestrafen ließ. Dies führte dazu, das bald keiner mehr freiwillig mit ihm spielen mochte. Doch Wolfram hatte längst mehr Spaß an seinen Bestrafungen als an den Spielen mit seinen Gefährten gewonnen.

Sein Vater sah diese Entwicklung mit Sorge und so ließ er einen keridischen Gelehrten an seinen Hof kommen um ihn zu lehren. Garem, so war der Name des Gelehrten, erzog Wolfram mit strenger Hand und der Stock war ihm geläufiger als Gute Worte. Doch mit jedem Schlag wuchs der Hass in Wolframs Seele, er wurde jähzornig und brutal und ließ Schwächere wie die Bauern seines Vaters oder seine Diener zehnfach spüren, was Garem ihm antat. Als Garem wieder einmal mit dem Rohrstock ausholen wollte weil Wolfram vor dem Speisen seine Hände nicht gewaschen hatte, zog er seinen Dolch und erstach Garem vor den Augen seines Vaters.

Dieser, ohnmächtig vor Wut und Enttäuschung auf seinen missratenen Sohn, packte Wolfram und wollte ihn aus dem Fenster werfen, wurde im letzten Moment aber noch von dem Flehen seiner Gemahlin erweicht und ließ Wolfram in den Kerker werfen. Doch dies war seinem Vater noch nicht genug und so verbot er jeden Besuch und jedes Wort zu ihm. Dort saß Wolfram nun zwei volle Monde in völliger Dunkelheit, bekam nie ein menschliches Antlitz zu Gesicht, noch hörte er eine menschliche Stimme. Zum Schlafen blieb ihm nur der kalte, modrige Steinboden und nur einmal die Woche öffnete sich eine kleine Klappe in der Tür und eine Hand schob ein wenig Brot in seine Zelle. Doch war die Ration zu wenig zum Leben und so leckte Wolfram das bracke Wasser von den Wänden und aß die Spinnen und anderes Getier, die sich in sein Verließ verirrten. Diese Marter ließ sein Gehirn völlig dem Wahnsinn anheimfallen und einen dritten Monat hätte er kaum überlebt.

Doch Wolfram hatte Glück, denn sein Vater stürzte bei einem Jagdausflug vom Pferd und brach sich dabei das Genick. Nun war er der Herr von Freyenstein und seine Mutter befreite ihn aus seinem Verließ. Doch die zwei Monate seines Martyriums hatten ihn so verändert, dass seine eigene Mutter ihn nicht wieder erkannte und sich vor seinem Zorn fürchtete. So sann sie nach Möglichkeiten, ihn von Freyenstein fortzubringen und als ein Adjutant für die Trutzburg gesucht wurde, setzte sie alle ihre Beziehungen ein, ihm diesen Posten zu verschaffen. Doch auch Wolfram war dieser Idee nicht abgeneigt, da sie doch Ansehen und größere Macht über andere versprach. Und so kam es, dass er tatsächlich der neue Adjutant der Trutzburg wurde, jedoch wird dies wohl kaum sein letzter Posten gewesen sein...

Und tatsächlich sollten sich seine ehrgeizigen Pläne erfüllen. Als sein Dienstherr bei einem hinterhältigen Angriff aus dem Leben schied, ernannte ihn die Baronin - zumindest vorrübergehend - zum Kommandanten der Trutzburg.